Baby, Stillen

Ein Frühchen stillen – Der Start im Krankenhaus

Was dachte ich mir vor der Geburt übers Stillen? Ich muss zugeben: Nichts. Ja es ist gerade „in Mode“ zu stillen, ich habe gehört es ist das Beste für das Kind für die ersten Monate und alle jungen Mütter die ich kannte (ich glaube 3) hatten keine Probleme mit dem Stillen. Also habe ich mir gedacht, das mache ich auch. Wie das Stillen dann läuft wenn man mit einem Frühchen überrascht wird? Unsere Geschichte:

Ich möchte unbedingt stillen

Ich wurde in meiner Meinung immer resoluter, da einige Familienmitglieder das Stillen immer wieder bezweifelten. „Mal sehen ob es überhaupt klappt“ – „Ich hatte ja damals zu wenig Milch“ – „Es gibt ja auch Milchpulver“. Da habe ich mit meinem Sturkopf natürlich immer mehr dagegen geredet. Dass ich es unbedingt möchte, das Gegenteil beweisen. Ich glaube daran, dass wenn man etwas aus tiefster Seele möchte, es auch klappt. Der Körper kann so vieles und ist für das Kinderkriegen und Stillen gemacht.

Ein Frühchen stillen – zuerst abpumpen und füttern

Nun gut. Dann wird man aber 6 Wochen vor Termin mit einer Geburt überrascht, die schneller geht als gedacht und dann hält man ein kleines Bündelchen im Arm, das als Frühchen zählt. Nicht alleine trinken kann, weil das zu anstrengend ist und es somit zu wenig Nahrung hätte. Also Magensonde und Milchpumpe. Nicht unbedingt das was ich mir vorgestellt hatte. Aber ich bin so von positiven Gedanken und Liebe überströmt, dass mir das nichts ausmacht. Die Ärzte sagen Muttermilch ist das Beste, vor allem für Frühchen noch wichtiger. Ich pumpe alle 3 Stunden, tags und nachts. Das Krankenhaus hat eine „Milchküche“, man kann sich bedienen an sterilen Utensilien für die Pumpe (ich musste nach jedem Pumpen austauschen um keine Bakterien in die Frühchenstation zu bringen), es gibt Kühl- und Gefrierschränke, kalte Umschläge. Das Personal ist einfach spitze und nach wenigen Malen läuft es auch so richtig gut. Es wird Muttermilch über die Sonde gefüttert – ohne weiteres Zufüttern von Pulver. Ach bin ich froh. Und es wird auch immer mehr mit der Flasche geübt, Lovebug wird kräftiger.

Ein Frühchen stillen – an die Brust gewöhnen

Nun möchte ich es aber auch mit „richtigem“ Stillen versuchen. Ich denke mir Lovebug sollte auch lernen von der Brust zu trinken, zur Flasche kann man ja immer wieder zurückkehren (Falsch gedacht wie sich später herausstellen sollte!). „Wenn ich nach 3 oder 4 Monaten keine Lust mehr habe, höre ich halt auf“ – das habe ich tatsächlich gesagt (jetzt als „immer noch“ stillende Mama mit über 1 Jahr ein lustiger Satz)!

Ein Frühchen stillen – Stillhütchen und Co.

Und so haben wir geübt, zuerst Brust, dann Flasche, dann Sonde wenn es noch zu wenig war. Es gab vorgegebene Mengen, die das Baby trinken sollte. Vor dem Stillen wiegen, nach dem Stillen wiegen. Ein Riesenaufwand um zu erfahren ob denn nun 5 Milliliter reingegangen sind oder nicht. Stillhütchen und das Personal waren tolle Helfer, bis es immer besser klappte. Stillhütchen können von Babies die zu früh geboren sind, oft besser in den Mund genommen werden, da sie größer und „stabiler“ sind als die Brust. Das war wirklich eine tolle Hilfe! Zuerst habe ich es also ohne Stillhütchen versucht. Manchmal klappte es kurz, meistens jedoch eher nicht. Die Ungeduld von Lovebug war zu groß und dann kam das Stillhütchen ziemlich schnell zum Einsatz. Je nach Stillprobe, also dem Wiegen vor- und nach dem Stillen an der Brust, wurde dann der Rest eben noch mit der Sonde zugefüttert. Am Ende durften wir das dann sogar alleine machen, also ohne Schwestern. Man darf das Krankenhaus verlassen wenn man das Kind alleine versorgen kann, ohne Sonde – wenn das nicht Motivation genug ist! Und nach 2 Wochen „Training“ durfte ich Lovebug mit Stillhütchen unterm Arm mitnehmen. Was ein tolles Gefühl!

Konntet ihr eure (späten) Frühchen stillen? Wie lief es bei euch?

Hier gehts weiter mit unserer Still-Geschichte als wir zuhause angekommen sind

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