Baby, Ernährung

Wie funktioniert Breifrei?

Was bedeutet Breifrei?

Oft wird Breifrei auch mit BLW abgekürzt, was Baby Led Weaning bedeutet. Übersetzt heißt dies in etwa „vom Kind geführte Entwöhnung (von (Mutter-)Milch). Breifrei bedeutet, dass du deinem Kind keinen Brei gibst sondern kindgerechte Nahrung in fester Form. Dies kann Gemüse, Obst oder auch Brotsticks etc. sein. Dein Kind zeigt dir, wenn es reif für andere Nahrung als Muttermilch/Flaschenmilch ist. Dafür sollten gewisse Reifezeichen erfüllt sein.

Dein Kind lernt mit Breifrei die Konsistenz und den Geschmack von vielen verschiedenen Lebensmitteln kennen und kann entscheiden, was ihm schmeckt und was nicht. Da Kinder in der oralen Phase viel in den Mund stecken, wird es dies auch mit der Nahrung tun, die du ihm hinlegst. Und siehe da: dein Kind kann es mit seinen Kieferleisten zerkleinern und es hat sogar einen Geschmack. Du wirst sehen wie konzentriert dein Kind ist, wenn es etwas in den Mund nimmt und den Geschmack oder die Zusammensetzung kennenlernt. Ein toller Lernprozess.

Wann ist dein Kind reif für feste Nahrung?

Dein Kind ist reif für feste Nahrung, wenn folgende Gegebenheiten erfüllt sind:

Dein Kind

  • kann den Kopf selbstständig halten und drehen
  • kann aufrecht sitzen (gern auch mit Unterstützung auf deinem Schoß)
  • interessiert sich für Essen

Das Interesse für Essen darf nicht verwechselt werden mit dem generellen Interesse an Gegenständen die Mama oder Papa in der Hand halten. Will dein Kind generell das was du in der Hand hast oder schon etwas gezielter das Essen? Diese genannten Zeichen sind in etwa ab 6 Monaten gegeben. Manche Kinder sind Frühstarter und auch schon mit 5 Monaten bereit, andere lassen sich 8 Monate oder länger Zeit. Und das ist alles vollkommen in Ordnung.

Warum Breifrei?

Breifrei hat den Hintergrund, dass du dein Kind selbstständig essen lässt, so viel es will, was es will. Im Gegensatz zum Füttern mit dem Löffel kann dein Kind hier selbst entscheiden was und wie viel es essen möchte und dies selbstgesteuert zum Mund führen. Es lernt die verschiedenen Konsistenzen von Lebensmitteln kennen. Spielerisch und ohne Druck. Gleichzeitig werden die Hand-Auge-Koordination und das Greifen geübt.

Wie fange ich an mit Breifrei?

Am besten fängst du mit Breifrei an, wenn dein Kind nicht zu hungrig ist und ausgeschlafen. Hier bietet sich am besten das Mittagessen an. Am Familientisch kannst du ein Brett oder ein Tablett platzieren, das du von nun an immer für dein Kind verwendest. So hat es Wiedererkennungswert und dein Kind lernt, dass alles was auf dem Brett liegt nur für ihn ist.

Gurkensticks werden gerne abgenagt

Du kannst einfach auf dem Brett ein paar Sticks platzieren. Und schauen was passiert. Entweder du fängst mit harten Gemüsestückchen an, die so groß sind, dass man sie nicht verschlucken kann. Wie zum Beispiel Karotte oder Gurke. Diese kannst du halbieren oder vierteln und Pommes-ähnliche Sticks schneiden. Oder du fängst mit sehr weichem Gemüse an, wie gekochtem Kürbis oder Pastinake. Hier können die Stücke auch würfelförmiger sein, jedoch so dass es dein Kind greifen kann. Was sich auch gut bewährt hat ist eine harte Brotrinde. Gerne auch das Endstück. Hier kann dein Kind rumkauen und vielleicht löst der Speichel auch kleine Stückchen ab.

Beobachte einfach dein Kind. Hast du den Eindruck es macht ihm Spaß? Oder sogar den Eindruck dass es ihm schmeckt? Wichtig ist, dass du dabei bleibst um bei einem möglichen Verschlucken zu unterstützen.

Was mache ich wenn sich mein Kind verschluckt?

Verschlucken wird passieren. Des Öfteren. Keine Frage. Aber bei Babies ist der Würgereiz viel ausgeprägter als bei uns Erwachsenen, d.h. er setzt früher ein. Nicht erst wenn das Stück kurz vor der Luftröhre ist sondern viiiiel früher. Falls dein Kind hustet ist es wichtig, dass du nicht sofort in Panik gerätst und das dein Kind merken lässt. Keine ruckartigen Bewegungen oder gar Schreie, die dein Kind erschrecken können. Bleibe ruhig und klopfe zunächst leicht auf den Rücken deines Kindes.

Fasse deinem Kind auf KEINEN FALL IN DEN MUND UM DAS STÜCK RAUSZUHOLEN. Hast du schonmal versucht mit offenem Mund zu schlucken? Ja das ist schwierig gell? Wenn du den Mund deines Kindes aufreißt und versuchst das Stück rauszuholen ist die Wahrscheinlichkeit dass es sich nun wirklich schlimm verschluckt viel höher. In den allermeisten Fällen wird dein Kind ein paarmal husten oder würgen und das Stück kommt wieder zum Vorschein. Unterstütze dies in dem du ruhig bleibst und auf den Rücken deines Kindes klopfst. Meist kommen zu große Stücke sowieso auf dem schnellsten Weg wieder raus.

Falls sich dein Kind doch einmal schlimm verschlucken sollte und die Luft wegbleibt: Leg es auf deine Knie mit dem Gesicht nach unten und klopfe auf den Rücken. Hier sind Anleitungen für Babies und Kleinkinder, was bei Verschlucken zu tun ist.

Woher erkenne ich dass mein Kind satt ist?

Je älter dein Kind ist, umso mehr wird es essen. Es gibt hier wieder Tage da haut es weg was auf dem Tisch liegt und es wird Tage geben an denen alles verweigert wird (obwohl es am Vortag das Gleiche mit Genuss gegessen hat!). Wichtig ist auch hier: nicht stressen oder Druck auf das Kind ausüben. Nicht doch versuchen mit dem allseits beliebten „Flieger“ doch noch etwas in das Kind reinzubekommen. Das Kind führt bei dieser Essensform und das sollte akzeptiert werden.

Generell heißt es, wenn ein Kind die Menge isst, die in seine zwei Händchen passt, ist der Magen voll. Sieh dir die Hände deines Kindes an: da passt nicht besonders viel rein. Und wenn es schon zwei Stücke Kürbis gegessen hat ist es vielleicht wirklich schon satt davon. Wenn es kurz nach dem Essen trotzdem stillen oder ein Fläschchen möchte ist das eben so.

Fazit

Zusammenfassend kann ich Dir Breifrei oder Baby Led Weaning nur empfehlen. Hier ist meine eigene Erfahrung mit Breifrei.(kommt bald)
Falls du noch zögerst damit anzufangen sind hier die wichtigsten Vor- und Nachteile von Breifrei aus meiner Sicht

Vorteile:

  • Dein Kind steuert selbst was und wie viel es essen möchte (bei Brei wird es oft einfach „reingestopft“, ein Gläschen muss schließlich weg)
  • Du fördert die Hand Auge Koordination und das Greifen deines Kindes (Pinzettengriff geht oftmals eher)
  • Dein Kind lernt die verschiedenen Konsistenten, Geschmäcker und Farben von Lebensmitteln kennen (anders als beim Brokkoli-Karotte-Hirse-Brei)
  • Kein Vorkochen (falls du selber Brei machst), kein Gläschen kaufen
  • Praktisch, da dein Kind einfach mit isst was du auch isst – meistens kein extra Aufwand nötig
  • Dein Kind isst in der Regel schneller „normal“ vom Familientisch mit

Nachteile

  • Es dauert länger bis du dein Kind wirklich satt bekommst von fester Nahrung. Die Mengen steigern sich meist nur langsam. Das bedeutet im Umkehrschluss dass du länger stillen musst oder Milchfläschchen geben.
  • Es gibt fast immer Sauerei, da die Lebensmittel schließlich getestet werden müssen –matschen macht eben Spaß (allerdings habe ich keinen Vergleich ob mit Brei nicht genauso viel oder mehr Sauerei veranstaltet wird)

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