Baby, Life

Ich bin eine Rabenmutter…

….zumindest müssen das hier die amerikanischen Mütter denken. Ich lasse mein Kind alleine laufen, alleine rutschen, es darf sogar mal hinfallen. Verrückt oder?
Ja hier ist das tatsächlich eine Seltenheit und ich habe schon Eltern gesehen, die vorsichtig hinter Lovebug herlaufen, falls Lovebug doch umfällt oder kippt. Ich bekomme vorwurfsvolle Blicke weil ich im Sand sitze und Lovebug alleine rutscht oder sich mehr als zwei Meter von mir entfernt. Skandal! Helikoptereltern lassen grüßen. Entweder bin ich in den falschen Kreisen unterwegs oder ich habe durch Zufall nur solche Eltern gesehen bisher, aber lest selbst:

Helikoptereltern unter sich

Eine Mama aus der Krabbelgruppe, die ich wirklich sehr nett finde und deswegen mit ihr auch des Öfteren außerhalb der Gruppe etwas mache ist wirklich ein super Beispiel. Die Kinder sind etwa gleich alt, aber Lovebug ist um einiges selbstständiger. Warum? Mama läuft ihrem Kind auf Schritt und Tritt hinterher, bei jeder noch so kleinen Unebenheit im Boden wird gleich gerufen: „Vorsicht, nicht stolpern!“. Klettern darf das Kind sowieso nicht, denn sie ist „kein guter Kletterer“. Rutschen darf sie auch nicht alleine, schließlich könnte sie unten auf dem Po landen. Es wird also kein eigenes Erfahren der Umwelt zugelassen. Nicht im Geringsten. Und dazu werden das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein des Kindes zunichte gemacht. Jeden Tag und bei fast jeder Bewegung. Denn „du kannst das nicht“, „du bist noch zu klein“ und „du wirst sicher hinfallen“ sind jetzt nicht gerade motivierende Worte. Ebendiese Mutter bzw. Familie hat das ganze Wohnzimmer mit Plastikmatten ausgelegt, damit das Kind nicht fällt und sich am Ende den Kopf auf dem Holzboden anhaut. WOW oder?

Eine Nachbarin ist ebenfalls der Typ Helikopter, das Kind ist fast 2 Jahre alt. Es wird ständig am Handgelenk herumgezerrt, nicht „nur“ an der Hand. Es darf nicht alleine entscheiden in welche Richtung es gehen möchte. Wenn ich dabei bin und Lovebug auf dem Spielplatz frei rumlaufen darf, lässt sie es auch ein wenig zu. Aber nicht zu weit. Entfernt sich das Kind mehr als fünf Meter dann wird sofort gerufen: „Wo gehst du hin?“ „Komm zurück!“ „Nein geh nicht auf die Wiese da wirst du nur dreckig!“. Ja Mama mag es auch nicht wenn das Kind schmutzig wird. Oder mit feuchtem Sand spielt, weil der ja so klebt. Das Kind darf immer noch nicht alleine rutschen, auch da wird es am Handgelenk gehalten.

Lasst die Kinder eigene Erfahrungen machen!

Dieser Text soll nicht dazu da sein, andere Mütter schlecht zu machen. Er soll dazu ermutigen, Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Auch wir Erwachsenen lernen am besten durch „Trial and Error“ also Versuch und Irrtum. Erst wenn unsere Kinder wirklich auf dem Po landen beim Rutschen werden sie nach dem 3. Mal die Beine ausstrecken und mit den Füßen ankommen. Oder aber erst nach dem 15. Mal. Aber sie werden merken dass sie es sind, die es ändern können. Und sie werden sich unglaublich über diese Erkenntnis freuen und die Welt weiter entdecken. Ihren Kopf benutzen und nicht nur immer an der Hand geführt werden. Sie werden zu selbstständigen Persönlichkeiten heranwachsen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Die nicht das Leben lang an Muttis Rockzipfel hängen. Ist das nicht das, wonach wir als Eltern streben sollten?

Ich habe lange überlegt, ob ich mit den beiden sprechen soll. Aber ich bin nicht die Person, die ihnen zu sagen hat, wie sie mit ihren Kindern umgehen. Ich werde deshalb weiter meine lockere Art weiterführen und hoffen, dass sie sich was abschauen und auch entspannter werden.

Wie macht ihr das, wenn ihr solchen Mamas gegenübersteht? Sagt ihr da auch mal was?

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