Stillen

Ein Frühchen stillen – Der Anfang zuhause

Zuhause angekommen nach der frühen Geburt ist natürlich noch nicht so viel vorbereitet. Klar, ich dachte ich habe auch noch 6 Wochen um den Rest zu besorgen, wie einen Wäschetrockner, Kleidung für Lovebug und viel Kleinkram. Aber manchmal kommt es eben anders als man denkt. Und es ist schon gar nichts mehr wie vorher.

Wir sind aufgeregt wie junge Hunde. Was machen wir denn nun wenn wir Fragen haben? Was wenn das Stillen zuhause doch nicht so funktioniert wie im Krankenhaus? Daheim gibt es keine Sonde für Lovebug mit der wir nachhelfen können wenn zu wenig gegessen wird. Auch keine Waage steht bereit für das Wiegen vorher und nachher. Tja, mal wieder kaltes Wasser.

Mit Stillhütchen klappt es weiterhin

Lovebug findet sich schnell ein, das Trinken mit Stillhütchen klappt weiterhin. Irgendwie ist es zuhause doch entspannter und man ist halt einfach in seiner gewohnten Umgebung. Nun habe ich aber eine neue Aufgabe: Stillen ohne Stillhütchen ist das neue Ziel. Denn ständig die Teile dabeizuhaben und dann auch noch immer auskochen finde ich mittelmäßig praktisch. Natürlich mache ich das wenn es nicht anders geht, aber versuchen und üben müssen wir es auf jeden Fall.
Ich versuche also jedes Mal beim Stillen zuerst ohne Stillhütchen. Der Hunger ist groß und da denke ich mir müsste es ja klappen. Und tatsächlich tasten wir uns langsam ran. Nur ein paar Schlucke am Anfang, dann wird gebrüllt weil es doch anstrengender ist. Und irgendwann wird eine Seite komplett ohne getrunken, dann an der anderen gemeckert. Und etwa nach 2 Wochen geht es auch prima ohne Stillhütchen. Da bin ich froh.

Ich führe ein Stilltagebuch

Ich halte trotzdem jede Stillmahlzeit fest. Wann. Wie lange wurde getrunken. Eine Seite, beide Seiten? Habe ich das Gefühl es wurde getrunken der nur genuckelt? Mit Stillhütchen oder ohne? Mit Gemecker oder ohne? Das hat mir persönlich sehr geholfen. Auch habe ich dazu geschrieben, ob die Windel nass war oder ob es gar Kacka gab (das aber nicht in die Windel . Mehr zu Windelfrei separat) Denn eine Schwester im Krankenhaus meinte solange die Windeln nass sind etwa 6 Mal am Tag passt alles. Und so war es dann auch was mich zusätzlich beruhigt hat.

Dauerstillen nachts – Clusterfeeding genannt

Aber wir haben auch Nächte, da hätte ich gern wieder ein bisschen mehr Hilfe. Es wird nur geschrien. Wir wissen nicht weiter. Keine Windel die zwickt, kein Bauchweh das wehtut und auch kein Hunger. Eigentlich. Was also tun? Stillen. Die ganze Nacht. Im halb-Stunden Takt. Wow. Aber es ist eigentlich kein Essen, es ist mehr ein Nuckeln und dann ausflippen. Brust anschreien. Kurz Schlafen, wieder Nuckeln. Wieder schreien, kurz schlafen….das schlaucht und hält einige Nächte an. Im Nachhinein weiß ich, dass Lovebug nur versucht hat, den Bedarf an sich anzupassen. Clusterfeeding genannt. So lange und so oft nachfragen bis sich der Körper der Mutter angepasst hat und den Hunger stillen kann.

Nicht an sich zweifeln

Aber natürlich kommen einem Gedanken in den Kopf wie: „Reicht meine Milch?“ Es wurde ja von Verwandten schon gewarnt dass diese vor 30 Jahren (angeblich) zu wenig hatten. Ist das dann bei mir auch so? Bekommt Lovebug genug? Muss ich zufüttern? Nein Nein und Nein.
Der weibliche Körper ist fürs Stillen gemacht, daher hat er auch genug Milch um das Baby zu versorgen. Sonst wären wir heute nicht fast 7 Milliarden Menschen auf dieser Erde. Die Natur hat unseren Körper wirklich zu einer Wundermaschine gemacht, ich muss selbst immer wieder staunen.

Also vertraut in Euch, in euren Körper und in euer Baby. Das Baby holt sich was es braucht. Ja das ist anstrengend. Aber es ist auch nur eine Phase.

Wie unsere Still-Phasen im ersten Jahr ausgesehen haben könnt ihr hier nachlesen

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