Baby

Das Kind schläft im eigenen Bett – oder: wie das Familienbett entstand

Ehrlich gesagt haben wir uns nicht viel gedacht oder gar geplant wie das so sein wird mit Kind. Nur eines haben wir uns gedacht: Das Kind schläft auf jeden Fall im eigenen Bett. Das wollen wir dem Kind nicht „angewöhnen“. Wir wollen weiterhin unser Bett zu zweit haben. Bei Freunden, dessen Kind im Elternbett schlief dachte ich mir immer: „Bei uns sicher nicht!“. Wie sich aber oft Vorstellung und Realität ändern und warum das genau das Richtige für uns und unser Kind ist lest ihr hier:

Das Kinderbett oder besser: Kinderbett adé

Nun waren wir also zuhause mit Lovebug und das wunderschöne Stokke-Kinderbett stand schon aufgebaut und nutzungsbereit neben unserem Elternbett. Und dann: Kaum haben wir Lovebug reingelegt ging es los. Gezappel. Gemecker. Gestöhne. Naja, muss sich halt einfach an die neue Umgebung gewöhnen dachten wir. So lag ich also in meinem Bett und habe die ganze Nacht auf dieses kleine Wesen hinter den Gitterstäben gestarrt, dass sich da so abmühte zu schlafen. Am nächsten Tag haben wir es dann mal mit pucken versucht. Ein wenig besser, da sie sich nicht ständig durch ihre eigenen zappelnden Hände geweckt hat. Aber Gestöhne und Gemecker vorprogrammiert.

Verunsicherung pur

Wäre ich nicht durch alles was ich gelesen habe so verunsichert gewesen: denn was liest man immer bzw. bekommt man von Ärzten, sämtlichen Infoblättern etc. gesagt: Das Kind sollte im eigenen Bett schlafen. Auf dem Rücken. Gerne im Elternschlafzimmer, aber allein. Und schon gar nicht im Elternbett.

Das Kinderbett fühlt sich falsch an

Aber warum fühlt es sich dann so falsch an? Dieses kleine Bündel, da alleine im Bett hinter den Gitterstäben. Die dritte Nacht habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und habe Lovebug auf mich gelegt. Sie schlief sofort seelenruhig ein. Auf meiner Brust. Ich hatte trotzdem wahnsinnige Angst. Mache ich was falsch? Wieso scheint es bei allen anderen zu klappen nur mein Kind schläft nicht im Bett? Gefährde ich mein Kind? Rolle ich mich nachts gar auf mein Kind und ersticke es?

Nein. Nein und Nein. Es fühlte sich mit jeder Nacht besser an. Natürlicher. Lovebug schlief jede Nacht nach dem abendlichen Schreianfall ruhig und gut auf mir ein. Bestimmt die ersten 4 Wochen. Weglegen verboten. Sie wachte sofort auf wenn ich auch nur den Versuch unternahm. Nach etwa 4 Wochen durfte ich sie dann in die Armbeuge legen und wir schliefen so. Natürlich mit 2 Stündigem Stillen (oder auch kürzer). Aber wir schliefen. Kein Gestöhne. Kein Gezappel. Kein Gemecker. Irgendwann konnte ich sie dann schlafen neben mich legen.

Das Familienbett ist geboren

Mr. EA war glücklicherweise immer einverstanden. Er nahm mir sogar de Angst am Anfang. Denn das Baby wird durch deine Atmung ans „Weiteratmen“ erinnert, falls es mal aufhören sollte. Wir schlafen gut. Wenn Lovebug schreit und wir sind sicher, dass es kein Hunger ist, kann auch Mr. EA mal aufstehen und mir helfen. Lovebug beruhigen, rumtragen. Auf sich schlafen lassen. Und man kann die ganze Nacht zusammensein, kuscheln und dem Kind die Nähe geben die es braucht. Von beiden Elternteilen. Wir haben das Kinderbett dann zum Beistellbett umgebaut. So konnten wir ganz nah sein, hatten aber noch genug Platz. Allerdings wurde es immer weniger genutzt, eher als Ablagefläche für diverse Utensilien wie Tücher, Windeln oder unsere Wasserflaschen 😉

Hintergrund zum Familienbett

Außerdem habe ich auch sonst mehr „alternatives“ gelesen. Es ist sehr natürlich, dass Kinder bei ihrer Mama oder den Eltern schlafen. In fast der gesamten Tierwelt ist das so. Katzenbaby bei Katzenmama, Entenbaby bei Entenmama bis sie soweit sind und alleine schlafen bzw. ihren eigenen Weg gehen. Warum sollte das dann beim Mensch anders sein? Bis vor wenigen hundert Jahren gab es keine sicheren Wohnungen, schon gar nicht Wohnungen mit eigenen Zimmern für Kinder.
Neugeborene haben immer noch den Steinzeitinstikt: „Sobald ich alleine bin, bin ich ausgeliefert“. Denn tief im inneren weiß es, dass es bei einer Bezugsperson, vornehmlich der Mama, sicher ist. Ein allein liegengelassenes Baby hat Urängste, da es ja nicht weiß dass es auch im Bett sicher ist. Sondern denkt der nächste Säbelzahntiger holt es.

Auch die Angst das Kind zu überrollen während man schläft ist unbegründet (sofern man keine Drogen oder Alkohol konsumiert). Vornehmlich die Mama befindet sich nur im „Ammenschlaf“, d.h. sie hört Geräusche schneller, reagiert auf kleinste Bewegungen. Klar ist der Schlaf nicht ganz so erholsam, aber die Natur hat das schon so eingerichtet, dass man damit über die Runden kommen kann.

Für uns ist das Familienbett genau das Richtige. Auch wenn ich es nie gedacht hätte genieße ich die Zeit, neben meinem Kind zu liegen, ihm beim Schlafen zuzusehen und einfach nah zu sein. Wie geht es euch? Familienbett oder doch lieber Kinderbett?

2 Gedanken zu „Das Kind schläft im eigenen Bett – oder: wie das Familienbett entstand“

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